Christian Hartmann: Hattingen-Historisch


Hattingen-Chronik von F.W.Motzfeldt (1722)

STADT HATTINGEN - Ursprung der Stadt
Die Stadt Hattnegen, oder wie es verschiedentlich geschrieben wird: Hattneggen oder Hattingen, soll zu den Zeiten des Keysers Ottonis des dritten, ohngefehr umbs Jahr Christi 990 bereits bekand, und ein dem Römischen Reich zuständiges Hobsguht gewesen, von Kayser Henrico dem Zweyten aber einem früheren Abt zu Deutz nahmens Rudolpho anno 1005 eigenthümblich untergegeben seyn. Alß aber die Abtey solches ohngefehr umb das Jahr Christi 1225 wegen entstandener Kriege und sonsten nicht gebrauchen noch die Reditus abnützen können, ist das nahe aufer der Ruhr bey Hatnegen gelegene Schloß und Hauß Clyff außgebauet und zu Bezwingung der Feinde befestiget, auch dem Besitzer alles Recht und vollkommene Macht gegen Abstattung eines jährlichen Canonis abgetreten worden, und endlich im Jahre 1242 durch Vergleich dem Grafen Adolphen von der Marck anheimb gefallen, und bey dessen Successoren bis auf diese Stunde verblieben. Nahe bey der Stadt ist auf einem gantz gehen, hart an der Ruhr gelegenen Felsen das berühmte Schloß Isenberg, wovon die Rudera annoch zu sehen sind, vorhanden gewesen, welches von Ertzbischo ffen zu Cölln Henrich von Mollenarck im Jahr 1225 und hernach, alß es von Cöllnischer Seithen wieder erbauet, und nebst den Schlössern Volmarstein, Ruhenthal und Syburg eine Zuflucht und Aufenthalt der Straßenräuber gewesen, in anno 1288 von Ebechardo Grafen von der Marck destruiret worden.

Namensbenennung
Wegen Ursprung des Nahmens findet man verschiedene Meinungen, gestalt einige dafür halten, daß an dem Ort, wo die Stadt erbauet, vorhin neun Höfe gewesen, und darum weil es negen, das ist neun Höfe, hatte, Hatt­negen oder Hoffneginen genennetseyn solle; andere schertzen, daß der Nahme daher komme, weil an diesem Ort, gegen andere zu rechnen, wie es dan in det That ist, schlechter Bier und Keut gebrauet worden, und also dieser Ort gegen andere verglichen eine Neige oder Nege hat. Daß aber der Nahme von einer adlichen Familie nahmens Hattnegen, so dieserorten gewohnet, und welcher diese Gühter großentheils zuständig gewesen, genommen sey, ist wahrscheinlich, sintemalen auß einem bey Rathause erfindlichen Pergamenen Brieff constiret, daß annoch umbs Jahr Christi 1359 einer nahmens Henrlch von Hattneghe alhie gewohnet, und zu behueff der Prediger gwiße jährliche Reditus gestiftet habe, vermeinet man also, daß es Hattnegen und nicht Hattingen, wie sonst gemeiniglich geschieht und alhie genennet wird, zu schreiben sey. Es ist sonst wegen bequemlicher Gelegenheit von Zeit zu Zeit angebauet und zu einem ansehnlichen Dorff, auch bereits von den Cöllnischen 1269 geplündert und außgebrandt, worden. Theodoricus Graf von der Marck hat es im 14. Seculo gegen die nahe angrentzende Bergische mit Mauren und Wällen umbgeben, von Graf Engelbertus aber mit gemeinen Stadtprivilegien begnadiget, und wird anitzo unter die kleine Städte der Grafschaft Marck gerechnet.

Weilen aber höchstged. Graf auff seinem hiebey liegenden Schloß Blankenstein, wie auch in der Stadt, vor anderen vielmahle residiret, auch sel­be ein und andermahl von den Feinden eingenommen and in anno 1424 nebst der Kirchen in den Grund abgebrandt, hatt sie ein und andere Prärogative erhalten, alß:

de Jurisdictionem in causis civilibus, und also cognitionem, decistonem de executionem , wogegen sie jährlich zu hiesiger königlicher Renthel 10 Goltg. zahlet, und dafür die halbe Brachte in Delictis leviorlbus genießet, de anno 1667 und was dergleichen gemeiner Stadtprivilegien mehr seyn.

Statuta
Was die Statuta betrifft, sind derselben keine sonderliche vorhanden.

Situation
Die Stadt liegt sonsten ins Westen nahe an der Ruhr, worüber eine steinerne Brücke gehet, hat beynahe rings herumb hohe und mit Holtz bewachsene Berge, und zwischen denselben noch ziemliches Bauland, das Bergische Land ist nur eine Stunde von hier, das Stifft Essen drey , die Graffschaft Dortmund aber 5 Stunden.

Aüßerliche Beschaffenheit
Ist sonsten ringsherumb an hohen Mauern und Gräben in ziemlichen Stande, also daß die Defrauda tiones der Accise dadurch nicht so leicht alß wohl an ändern Orten befürchtet werden dürfften. Es hatt die Stadt 5 Thore, deren eines zu Vermeidung des fünften Thorschreibers vom November bis Ultimo Februar, also den gantzen Winter geschlossen ist, und müssen die accisbare Sachen auf Verordnung der Accis -Commission sub poena confiscationis und nahmhafter Brüchten in keine alß die Übrige 4 Thore eingebracht werden.

Innerliche Beschaffenheit
Die innere Beschaffenheit der Stadt betreffend sind darin 267 Häuser, deren einige ziemlich gebauet, und 215 mit Ziegel, die übrige aber alß 52 mit Stroh gedecket sind, daneben zehlet man noch 7 wüste Haußstellen, ohne die längs der Stadtsgraben und Mauren befindlichen Baumhöfe und Gärten, welche wegen Entlegenheit dieses Orts wohl niemahl zu bebauen gesonnen werden dörfften, wie dan dieselbe auch niemahlen erweißlich bebauet sind.

Kirchen
Danechst ist die lutherische und reformirte Kirche, wie auch lutherische Trivialschule, weilen der Lutherischen die meiste an der Zahl, so haben dieselbe die Pfarrkirche ln(ne). Die reformirte Kirche aber ist erst vor wenig Jahren zu bauen angefangen, und bey ermangelnden Mitteln bis dahin noch nicht zur Perfectlon gebracht. Römisch Cathollsche sind wenig vorhanden, und müßten dieselbe ihren Gottesdienst zu verrichten nach Blankenstein gehen.

Anzahl der Einwohner
Die Anzahl der Bürger und Einwohner an Worthen erstreckt sich zu 313, an Frauen 303, an Kindern als Söhne 142, Töchter 122. Angesinde alß Knech­te 175 und 71 Mägde, in Summa zu 1066 Persohnen. Unter denen sind:

Manufacturlers und Handwerker

welche ihre Nahrung nach Gelegenheit dießen geringen Orts, wiewohl sich darunter auch viele geringe und ohnvermögende Leute finden, welche den­noch den anderen und sonderlich den Wollfabricanten mit ihrer Arbeit die­nen und davon ihre subslstence haben.

Dagegen haben dieselbe In anno 1719 zur königlichen Accis-Gassen an Consumtibilien versteuert, und hatt sich die summa belaufen ad 2 707 Rth. 7 1/4 Stb.. Dabey ist noch an gestempelt Papier debitiret ad 14 Rth. 30 Stb.. Andere onera finden sich hier nicht, alß daß einige Bürgere auß ihren Häuseren die so genandte Rauchpfennige zu 1 1/2 Stb. jährlich zur Königlichen Renthey zahlen müssen. Es hatt aber der verstorbene Rentmeister Diedrich von der Marck diese Pfennige In Hühner verwandelen und dieselbei in natura fordern wollen, worüber ein Rechtsstreit erwachsen, und bey der hochlöbl. Ambts-Cammer ohnerörtert lieget. Die Cämmerei-Einnahme hat lich In besagtem 1719ten Jahre erstreckt zu 237 Rth. 29 1/2 Stb., welche zu Salarlirung der Magistrats- und Vorstands-Persohnen , deren wan sie complet, nebst dem Stadts-Secretario 23, anitzo aber 18 an der Zahl seyn, und insgesambt 39 2/3 Rth. zu genießen haben. Item zu Besoldung zwey Stadtsdienere, S traßenwächtere, mithin zu Verbesserung des Steinpflasters in und der Wege außer der Stadt wie auch Unterhaltung der publiquen Gebäue und andere ohnumbgänglich nötigen Außgaben, welche sich zu 290 Rth. 27 Stb. belaufen, verwendet worden, also daß solche Einnahmen nicht allein nicht zulänglich geworden, sonderen die Cämmerey vom Stadts-Rentmeistere noch 52 Rth. 57 3/4 Stb. schuldig geblieben.

Öffentliche Gebäude (Aedificia publica)
Die publiquen Gebäude so auß der Cämmerey conserviret werden, sind das Rahthauß, 5 Stadtspforten und so viel Pförtner-Häuser, die Reformitte Kirche ist wie oben erwehnet, noch nicht zu Stande gebracht, und wird von der Gemeinde, die evangelisch-lutherische Kirche, Stadts-Schule und Pastorat-Hauß aber auß den Kirchen, und dazu sonst gewidmeten Mittelen, und das Königliche Accis -Comtoir wie auch vier Thorschreiberhäuser auß den Accise-Cassen unterhalten; die über die Ruhr gehende Brücke gehöret samt denen davon fallenden Revenüen zu der Evangelisch-Lutherischen Kirchen.

Gehöltze
Es hatt die Statt jedoch zu sublevation der großen Kosten noch einiges Gehöltze, der Schulenberg genandt, von Sr. Königlichen Majestät zu Lehen, welches zum Bau gebraucht werden kann, so aber im kalten Winter in anno 1709 durch den starck anhaltenden Frost guthentheils verfrohren und unfruchtbar gemachet worden, also daß die Mästung, welche ohnedem in vielen Jahren nicht gerathen, ohnmöglich angeschlagen werden kann.

Dörffer. Fischerei
Dörffer und Fischerei sind nicht vorhanden, ohne daß die Stadt 4 Baurenhöfe und 8 kleine Kotten in alten Zeiten an sich gekaufft, welche aber in vori­gen Kriegszeiten verpfendet seyn.

Bauland
Bauland ist wenig vorhanden, so denen Bürgern eigenthdmbiich zustehet, sondern haben solches meistenteils von denen danechst beyliegenden adlichen Häusern Bruch und Clyff pfachts- oder pfandsweise oder antichretice unter. Es hatt die Stadt sonsten einiges mit unter das gedachte Sattellehn gehöriges Bauland, so mehrenteils zur gemeinen Hude emploiret , auch davon zum Nutzen der Stadt etwas verpfändet worden. Kan also ohnmögilch, weil es nimmer abgemeßen, vor diesmal angeschlagen werden .

Wiesenwachs, Weydeland
Wiesenwachs und Weydeland ist so wenig bey der Stadt als Bürgern, und. müssen sie sowohl ihr Heu bey den adlichen Häusern ankauffen, alß die Weyde vor ihr Vieh daselbst suchen.

Viehstand
Der Viehstand ist gewesen In anno 1719 ad 8 Pferde, 310 Kühe und 47 Ziegen und Böcke, Schaafe aber sind an diesem Orte nicht vorhanden.

Maltz - und Brandtweinschrot
An Maltz sind veracciset 3 971 3/4 Scheffel oder 165 Winst. 11 3/4 Schef­fel, an Brandtweinschrot aber 779 oder 32 Winst. 11 Scheffel. Wieviel aber in der Stadt consumiret worden, kann man ohnmöglich, weil dieselbe keine Schank-Krüge privative hat, wißen, und wird das Bier und Fusel theils außgeholet, theils auch in der Stadt in den 23 vorhandenen Wirtshäusern verschenket .

Braustellen und Brandtweinblasen
Braustellen hat die Stadt auch nicht, nur daß zwey Kessels in der Stadt herumbgeführet und dafür allemahl 7 1/2 StUber bis hierin bezahlet worden, weilen aber die Hochlöbliche Clevische Ambts-Cammer die 1800 Specles Rth., womit die Wein-, Bier- und Kessel -Accise in anno 1406 zur Halbscheid beleget gewesen, mit 1800 gemeinen Rthlrn. anitzo wieder abzulegen Vorha­bens, verfolglich das halbe Wein-, Bier- und Kesselgeld derselben wieder anfalle und Königl. Renthey wieder bezahlet werden müßen, alß hat man bey so gestalten Sachen, damit Sr. Königl. Maj. Ambts-Cammer so wenig als die Stadt darunter verkürtzet werde, einen gewißen Man angeordnet, die aufkommende Gelder zu erheben, und dem Königlichen Accis-Inspectori auß dem Manuali wöchentlich einer Verzeichnis des veracciseten Maltzes außzulieferen aufgegeben. Außer diesen snd noch 9 Kessele, 10 denen Brauern privative zustehen und mußen selbige vor dem Gebrauch jedesmahl 3 3/4 Stuber dem Anpfächtern der Stadtskesseie außkehren. Brandtweinsblasen hat die Stadt nicht, sind sonsten an der Zahl nur 15 vorhanden und wird der meiste Brandtwein von außen hereingebracht.

An Wolle
sind in mehrbesagtem 1719ten Jahr verarbeitet worden 2 796 1/2 leichte Steine.

Passiv-Schulden
Was die Passiv-Schulden betrifft, sind derselben allhie mehr alß in einer der kleinen Städte der Grafschafft Marck, so in den vorigen seculis auß denen entstandenen großen Kriegen, alß der 80jährige mit der Crone Spanien und den Staaten von Holland, sodan der 30jährige und hernechst Frantzösische , welche die Stadt mit Einquartierung und Durchmarsch sehr hergenommen, wie dan die Stadt in anno 1635 von drey Christen, von Wendt zum Crassenstein, Goltz und Görtaken mit 3 000 Mann in die 11 Tage belagert und mit grobem Geschütz beschossen worden, die sich dann endlich ergeben, accordiren und ohne die Verpflegung über 3 000 Rth. an barem Gelde herge­ben müssen, also daß auch schier alle Schulden zu denen Zeiten gemachet und aufgenommen worden, wie die darüber ertheilte Obligationes in der Litter nach sich führen, verursachet und die Bürgere und Einwohnere zur äußersten Unvermögenheit gebracht worden, die Summa derselben, so liquid, erstrecket sich zu 10 636 Rth., die illiquide und ausgesetzte Capitalia aber zu 6 278 Rth. 12 1/2 Stüber, ohne die auffgeschwollene rückständige Interessen. Es werden jedennoch nunmehro dieselbe von denen auß der Accise allergnädigst zugelegten Zuschubsgeldere, soweit sie zu­langen, richtig bezahlet.

Activschuld
Die Activ-Schulden haben bishero nur darin bestanden, daß sie das halbe Wein-, Bier- und Kesselgeld bey der Könglichen Ambts-Cammer mit 1800 Rth. in speciebus oben bereits angemerkter maßen beleget, welche aber anitzo restituiret, und zu Einlösung anderer Stadts-Pertinentien emploiret werden sollen, Uberdeme noch In 40 Rth.in Capitali, womit ein Bleichplatz auf jenseits der Ruhr von den Wintzer Erben belegt und verpfändet ist.

Feuerrüstungen
An Feuerrüstungen sind 1 große kupferne Brandspritze , 272 lederne Eymer, 28 große Feuerhaken, 25 Leitern und 10 Handsprützen, welche zwarn noch alle in guhtem Stande, es mögten aber nach eingesandter Designation der fehlenden Feuerinstrumente noch wohl eine Feuerspritze und eine auff Schlit­ten stehende Kufen angeschaffet werden, wozu aber Magistratus wegen nicht zulangender Einnahme bis dahin nicht gelangen können. Sonsten sind hier 133 Brunnen, davon einer auf dem Marckte wegen erweiterter Corps de Garde in verwichenem 1721. Jahr bebauet und darauf eine Pumpe gesetzt worden .

Fehlende Handwerker
Handwerker, welche sich nach Gelegenheit des Orts noch nehren dürfften , fehlet ein Zinnengießer, Buchbinder, Maurmeister, Kürschner, Riemenschneider.

Ob und wie die Nahrung zu vermehren
Die Nahrung könnte an diesem Ort allem Augenschein nach vermehret werden, wan das alhir von uralters her privilegirte Wochenmarckt in vorigen Stand gesetzet würde, maßen ei in anno 1675 durch Anstellung eines im Gericht Witten (alwo keine Accise und alß ein vom Römischen Reich Immediäte dependirende Jurisdiction consideriret wird, auch nur 2 1/2 Stunde von hier gelegen) vorhin nie gewesenes Wochenmarckt einen großen Stoß gelitten, und die Nahrung, Gewerb und Handthierung alhir aufgehoben und dahin transferirt worden, wodurch hiesige Woll-Fabriqueurs, Kauffleute und andere Handwerker, worauß doch die Stadt meistenteils bestehet, sonderlich bey diesen Geldklemmenden und Nahrungslosen Zeiten nicht allein gäntzlich zurückkommen, sondern auch Sr. Königl. Maj. Accise nothwendlg einen großen Abgang leiden müssen; solchem mehr und mehr sich eräugenden Ruin beyzelten vorzukommen, wäre der ohnvorgreiffliche Vorschlag, wan dem Hogrefen zu Schwelm wie auch Richtern des Ambti Hattnegen in Ihren Dtstrlcten die Ausbeiserung der sonst impaisablen Wege baldmöglichst zu veranstalten unter einer nahmhaften Straffe allergnädlgst aufgeleget werden mögte, würde dadurch nicht allein der Kornhandel wenigstens auß dem Hochgericht Schwelm und ändern umbliegenden Örtern von Witten, weil die Kornhändler eben weit mit ihrem Korn fahren und ohnedem daselbst die Ruhr passieren müssen, wiederumb nach Hattnegen gekehret, sondern auch die Passage über die Ruhr, worüber hieselbst eine bequeme steinerne Brücke gehet, in vorigen Stand, mithin das Zoll- und Weggeld, wie auch die Königl. Consumtions-Accise in merkliche Aufnahme gebracht werden. Magistratus wird alßdann nicht nachlassen, die Wege in ihrer Stadt und Feldmarck außzubessern und in gutem Stande zu unterhalten, wozu sie aber vorerst die vom Commissario loci vorgeschlagene und auß den verhöheten Verpfachtungs-Gelderen von den Stadtsgraben zu nehmende 100 Rth. bey Unvermögenheit sich unterm 27ten Martii lauffenden Jahr Allerunterthänigst außgebeten haben. Diesemnechst müssen denen Häusern Bruch und Clyff in ihrer Hofesaat die Beywege durch Schlagbäume, umb die Fuhrleute durch die Stadt zu bringen, zu versperren unter gewißer Strafe anbefohlen werden.

Say-Fabrique anzulegen
Wan es übrigens dahin gebracht werden könnte, daß bey anhaltendem Ver­bot der ausländischen wollenen Waare alhie eine Say-Fabrique, deren im gantzen Land noch keine vorhanden, angelegt würde, sollte solches zur Aufnahme der Nahrung ein Großes beytragen, und wird Commissarius locl einige Entrepreneurs dazu zu encouragiren bedacht seyn, man hat sonsten mit Zuziehung des Magistrats und anderer dieses Orts Gelegenheit erfahrene Leute keine andere Mittel bedenken noch vorschlagen können.

Signaturn Hattnegen den 30 . Martii 1722

F. W.Motzfeldt