Christian Hartmann: Hattingen-Historisch


Zur Siedlungsgeschichte des Heggerbezirkes

"Die Heggerpfortte hat den namen vom Heggegude, negst an dieser pforten gelegen, und ist zu wißen, das das Heggergutt olim ist gewesen jetz Hegeman, Clotzes hausz Pfankuchen scheune und Cordt Pfankuchen heuser stehen, dan Johan Closz von Buirich vnd Ida van Engenhuisz eheleutte, ir hausz vfr Hegg(en) von Johan Reinckens vf Hegg(en) gekauft a(nn)o 1481" (von Märker).

Das Stadttor hat auch hier seinen Namen, wie alle anderen mit Ausnahme des Holschentores, von einem davor liegenden Gut bekommen. Wie die o.g. Aussage Merckers zeigt, war zu seiner Zeit das Heggergut bereits, wie andere Güter der Stadt auch, aufgesiedelt. Änlich wie beim Steinhagen- und Weilerbezirk wird auch die bei Naelman genannte "Heggergeschicht" nach dem in diesem Bezirk liegenden Stadttor genannt.

Historisch nachgewiesene Gebäude

Wedeme
Merckersches Haus
Kellergut

Zur Siedlungsgeschichte

Der bei Naelman genannte Heggerbezirk erstreckt sich vom Untermarkt bis zum Heggertor, östlich schließt sich das Kellergut und die Wedeme an. Bebaut war in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts wohl nur die Heggerstraße bis zum Heggertor, deren Besitzer von Roppert Molderpaß bis Henrick Hueser chronologisch bei Naelman erfasst wurden. Alle weiteren Genannten hatten außerhalb der Altstadt Ländereien vor dem Heggertor und wohnten wohl in einem Bezirk mit anderen Grundherren.

Am Horst standen noch einige Gebäude, die in den Besitz der Familie up der Wisch gehörten. Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts kam es zu einer lebhaften Bautätigkeit auf dem Kellergut. Die Hausparzellen wurden durch das Anlegen eines Straßenzuges quer durch das Kellergut erschlossen und ermöglichten so eine Bebauung. Der neben dem Kellergut liegende Wedemenbesitz ist bis zur heutigen Zeit noch sehr schwach besiedelt. Das Heggertor mit seinem nach Blankenstein führenden Weg war wohl für die Stadtentwicklung kein so dominierendes Element wie das Steinhagentor und das Weilertor, obwohl die Heggerstraße direkt zum Untermarkt führt. Erst durch Aufsiedlung des Kellergutes entwickelte sich hier ein Stadtbezirk mit einem eigenen Profil.