Christian Hartmann: Die Isenburg


Teil 4: Der Kampf um das Erbe

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Die isenbergischen Burgen Novus Pons (Nienbrügge) und die Isenburg bei Hattingen wurden nach der Tat durch Vasallen der Kölner Kirche und ihrer Ministerialen bis auf die Grundmauern geschleift. Sein Vetter Graf Adolf von Altena nannte sich seit diesem Vorfall nur noch Graf von der Mark. Er ergriff sichtlich entrüstet Partei für Heinrich von Molenark (1225 - 1238 Nachfolger Engelberts). Später gelang es ihm, den isenbergischen Besitz zu übernehmen. Auch er war entscheidend an der Zerstörung der Burgen beteiligt.

Auf die Ergreifung des Grafen Friedrich von Isenberg wurde durch die Kirche ein Kopfgeld in Höhe von 2100 Mark Silber ausgesetzt. (Die Mark war zu dieser Zeit eine Maßeinheit für 233,59 Gramm Silber) Friedrich fand Unterschlupf in Tecklenburg, während Frau und Kinder in Limburg bei Herzog Walram von Limburg unterkamen.

Ministeriale der Kölner Kirche forderten von König Heinrich noch im November 1225 in der Reichsburg Nürnberg den Zusammentritt eines Königsgerichtes, obwohl der von Ihnen Angeklagte Friedrich nicht geladen war. Als gegen Friedrich trotz dieses Verfahrensfehlers die Reichsacht (Fried- und Rechtloserklärung) verhängt wurde, brach unter den anwesenden Adligen Tumult aus. Durch das Gedränge an der Ausgangstreppe des Gerichtssaales brach diese zusammen und 49 Personen - darunter 23 Ritter - wurden dabei erdrückt und kamen zu Tode. (Lit. Ficker, S. 175. UK 34 - Nachrichten über den Reichstag zu Nürnberg aus der Reinhardsbrunner Chronik)

Graf Friedrich von Isenberg verlor durch folgende kirchliche Verhandlungen sämtlichen Besitz, auch seine Brüder Dietrich und Engelbert verloren ihre Ämter als Bischöfe von Münster und Osnabrück.

1226 reisten die 3 isenberger Brüder in Begleitung eines Notarius zur Kurie nach Rom. Dort soll er die Absolution vom Kirchenbann erreicht haben. Auf der Rückreise starb Bischof Dietrich von Isenberg. Auch Sophia, die Frau Friedrichs, starb in diesem Jahr in Limburg a. d. Maas.

Friedrich wurde auf der Rückreise von Rom in Lüttich erkannt. Er wurde von einem Edlen mit Namen Balduin von Gennep zu einem Essen eingeladen und verraten. Balduin von Gennep erhielt von Erzbischof Heinrich von Mollenark die ausgesetzte Belohnung. Schon 3 Tage später, am 14. November 1226 wurde er vor dem Kölner Severinstor gefoltert und auf ein Rad gebunden. Der Chronist Caesarius von Heisterbach vermerkte auf Seite 99 über den Tod des Grafen Friedrich: "Als seine Arme und Beine und der Rücken mit dem Beil zerschlagen wurden, stieß er keinen Laut aus, sodass sich alle wunderten."

Die Jahre 1226 und 1227 standen ganz im Zeichen des Kampfes. Der Hochadel stritt um den ehemaligen isenbergischen Besitz (Isenburg, Burg Nienbrügge, 7 Grafschaften und der Vogteibesitz von 8 Stiften und Abteien mit 36 Oberhöfen). Um den Wiederaufbau der Isenburg in dieser Zeit zu verhindern, erbaute Graf Adolf von der Mark in den Jahren 1227 - 1230 auf dem blanken Stein nahe der Isenburg die Burg Blankenstein.

Es folgten die Jahre andauernden "Isenberger Wirren". Letztlich wurden die Ansprüche von Dietrich, Graf Friedrichs Sohn, auf ein Minimum reduziert. Am 22. Februar 1248 verzichtete Graf Dietrich (mittlerweile nannte er sich Dietrich von Limburg) auf alle Vogteirechte der Reichsabtei Essen sowie auf seine Rechte an der neuen Isenburg bei Essen, die er im Jahre 1241/1242 auf einem Steilhang des nördlichen Ruhrufers bei Essen erbaut hatte.

Chronologie des Friedrich von Isenberg in Kurzform.